Archiv für Dezember 2010

[DOKU] Food, Inc. – Was essen wir wirklich?

21.12.2010

47.000 Produkte führt ein durchschnittlicher amerikanischer Supermarkt. Das Angebot scheint grenzenlos. Doch betrachtet man die augenscheinliche Vielfalt genauer, zeichnen dafür nur eine Handvoll Firmen verantwortlich.

Das stellten Produzent und Regisseur Robert Kenner und die Journalisten Eric Schlosser und Michael Pollan bei ihren Recherchen über den amerikanischen Lebensmittelmarkt fest.

Wenige große Konzerne beherrschen den Markt.

Beispiel Fleisch: Gab es 1970 noch tausende von Schlachthöfen in den USA, gibt es heute gerade noch dreizehn. Hühner werden heute in der Hälfte der Zeit wie vor 50 Jahren doppelt so schwer. Dabei nehmen sie so schnell zu, dass die Knochen die Fleischmassen nicht tragen können und die Tiere alle paar Schritte umkippen. Hühnerhalter werden durch hohe Kredite abhängig von den großen Fleischkonzernen. Wer die Tiere nicht nach deren Vorgaben hält, nämlich in riesigen Hallen ohne Tageslicht, oder wer Filmteams auf seine Anlage lässt, dem wird der Vertrag gekündigt.

Die gleichen Zustände herrschen auf dem Saatgutmarkt. 90 Prozent aller Sojabohnen in den USA enthalten Gene, auf die Monsanto ein Patent hat. Ehemalige Monsanto-Mitarbeiter, die in die Politik gewechselt sind, waren federführend an der Entscheidung beteiligt, gentechnisch veränderte Produkte nicht zu kennzeichnen. Mit dem Ergebnis, dass heute 70 Prozent aller verarbeiteten Produkte in einem amerikanischen Supermarkt gentechnisch veränderte Zutaten enthalten.

“Es geht nicht nur darum, was wir essen oder um unsere Gesundheit, sondern darum, was wir wissen dürfen.”

Dieses Zitat stellen die Filmemacher an den Anfang des Filmes. Und ziehen am Ende den Schluss:

“Einer der wichtigsten Kämpfe der Verbraucher ist der Kampf um das Wissen, was in unserem Essen ist und wie es hergestellt wurde.”

Mit aller Macht verhindern große Konzerne in Amerika, dass Verbraucher erfahren, wie ihr Essen hergestellt wird. Kritiker werden mit Prozessen überzogen und so mundtot gemacht. Auch wenn manche der geschilderten Zustände zunächst “typisch amerikanisch” scheinen, gibt es doch viele der gezeigten Entwicklungen auch in Europa. Auch hier erfahren Verbraucher oft nicht, was hinter dem schönen Schein der bunten Etiketten steckt.

Randnotiz: Das American Meat Institute hat kurz nach der Veröffentlichung von “Food, Inc.” eine Gegenkampagne gestartet. Auch Monsanto hat reagiert und eine eigene Webseite eingerichtet, welche die Vorwürfe aus “Food, Inc.” entkräften soll.

USA 2008
Regie: Robert Kenner
Produziert von Robert Kenner und Elise Pearlstein

Erhältlich auf DVDBlu-ray

“Wik-BEE-Leaks” – Dokument enthüllt: EPA hat wissentlich bienenschädliches Pestizid von Bayer genehmigt

21.12.2010

Das weltweite Bienensterben der letzten Jahre bereitet vielen Kopfzerbrechen — als mögliche Gründe wurden u.a. elektromagnetische Strahlung, Ernährungsmangel oder der Klimawandel vermutet.

Doch ein kürzlich an die Öffentlichkeit gelangtes Dokument der EPA (Environmental Protection Agency; US-Umweltbehörde) zeigt, dass die Behörde ein für Bienen toxisches Pestizid — trotz Warnungen von EPA-internen Wissenschaftlern — zur weitläufigen Verwendung genehmigte.

In dem Dokument, das von einem Imker aus Colorado geleakt wurde, ist ersichtlich, dass die EPA die Risiken der Substanz Clothianidin (ein von Bayer produziertes Pestizid, mit dem vor allem Maissamen vorbehandelt werden) ignoriert hat. Bayer hat im Jahr 2009 ungefähr 262 Mio. € mit dem Verkauf von Clothianidin eingenommen, mit dem mittlerweile auch Raps, Soja, Zuckerrüben, Sonnenblumen und Weizen behandelt werden.

Bei dem geleakten Dokument handelt es sich um ein Antwortschreiben der EPA an den Bayer-Konzern, welcher zuvor die Zulassung von Clothianidin zur Behandlung von Baumwolle und Senf beantragte. Das Dokument widerlegt eine ältere Bayer-Studie, die die Erstregistrierung von Clothianidin rechtfertigte und worin die Substanz als ungefährlich eingestuft wurde.

Dem EPA-Memo zufolge besteht ein großes Risiko für jene Insekten, die nicht zur “Zielgruppe” des Pestizids gehören (wie z.B. Honigbienen). Clothianidin ist ein sogenanntes Neo-Nikotinoid, das sehr persistierend und nur schwer abbaubar ist. Toxizitätsstudien an Bienen zeigten, dass Clothianidin bei Kontakt sowie bei oraler Einnahme hochgiftig ist.

Das 101-seitige Memo bietet eine erdrückende Beweislast — aber anscheinend nicht erdrückend genug für die EPA, da Clothianidin weiterhin zugelassen ist. Und das, obwohl die EPA-Abteilung EFAD (Environmental Fate & Effects Division) bereits im Jahre 2003 Bedenken äußerte, als die Substanz von Bayer erstmals vorgestellt (und in selbstfabrizierten Studien für harmlos befunden) wurde.

In Deutschland, Frankreich, Italien und Slowenien wurde Clothianidin aufgrund der toxischen Effekte auf die Umwelt bereits verboten. Warum folgt also die EPA diesem Beispiel nicht? Die Antwort hat möglicherweise etwas mit Amerikas “Vorliebe” für Maisprodukte zu tun. Aber ohne Bienen haben wir ein Problem — und zwar mit unserer gesamten Nahrungsversorgung.

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Quelle:
“Wik-Bee Leaks: EPA Document Shows It Knowingly Allowed Pesticide That Kills Honey Bees” (10. Dezember 2010, Ariel Schwartz, FastCompany.com)

[DOKU] What In The World Are They Spraying? (deutsche Untertitel)

12.12.2010

Was in aller Welt wird hier versprüht?

Der neue Dokumentarfilm von Michael J. Murphy, Paul Wittenberger und G. Edward Griffin (“The Creature from Jekyll Island”, “World Without Cancer: The Story of Vitamin B17″) über Geoengineering und Chemtrails fasst die Besorgnis über die Machenschaften der Klima-Ingenieure auf eine spannende, aufklärende Art und Weise zusammen. Dieser wichtige Film verleiht der Chemtrail-Kontroverse eine neue Wendung. Endlich werden die Zusammenhänge von „geplanten“ Geoengineering-Projekten und den nachgewiesenen charakteristischen Metallen in Niederschlägen auf der ganzen Welt anschaulich und verständlich aufgezeigt. We Are Change Switzerland bietet exklusiv eine Version mit deutschen Untertiteln.

Regie: Paul Wittenberger
Produziert von G. E. Griffin, M. J. Murphy und P. Wittenberger
Deutsche Untertitel: We Are Change Switzerland

11.11.2000 Kaprun – 10 Jahre danach: Neue Fakten und Neuaufnahme des Prozesses

10.12.2010

Zehn Jahre nach der größten Brandkatastrophe der Republik wird der Fall Kaprun immer mehr zu einem gewaltigen Justizskandal.

Bei einem Brand im Tunnel der Standseilbahn Kaprun am 11. November 2000 starben 155 Menschen. Die Tatsache, dass die Justiz bis heute keine Schuldigen für dieses Unglück gefunden hat, macht vielen Angehörigen das Leben schwer…

Es war die größte Katastrophe, die sich in Österreich seit dem Zweiten Weltkrieg ereignet hat: Etwa 20 Meter nach Abfahrt der Gletscherbahn aus der Talstation gegen 9 Uhr morgens wurde laut Augenzeugenberichten schon Rauch entdeckt, weil der im talseitigen Führerstand befindliche Heizlüfter in Brand geraten war. Um 9:11 Uhr, nach 1132 Metern Fahrt, blieb der Zug im Tunnel stehen, als neben dem Heizlüfter verlegte Hydraulikleitungen durchgebrannt waren.

Dieser Heizlüfter (Marke Fakir Hobby TLB) , der lt. Gericht der “Hauptschuldige” war, soll den Brand verursacht haben.

Dieser Gerät wurde von Angestellten der Gletscherbahn in die Führerkabine montiert, damit der Fahrer keine kalten Füße kriegt, wenn die Bahn steht… Die Heizlüfter waren von der Fa. Fakir zur Verwendung im Haushalt konstruiert, produziert und vertrieben worden. Laut Gebrauchsanleitung durften sie nicht in Fahrzeugen betrieben werden.

Durch den Einbau in den Steuerpult des Zuges wurde das Gerät zudem noch technisch verändert, und zwar nicht von einem Techniker der Firma Fakir, sondern von Angestellten der Gletscherbahn, wodurch auch das Prüfzeichen “VDE-GS” ungültig wurde. Ermittlungen ergaben, dass die Geräte schwer entflammbar im Sinne der VDE-Richtlinien waren….

Für die Veränderungen sei ausschließlich das mehrheitlich staatlich beherrschte Unternehmen Gletscherbahnen Kaprun AG verantwortlich.

Die vorsätzliche technische und konstruktive Veränderung an einem technischen Gerät ohne Genehmigung des Erzeugers und ohne Genehmigung der für die Prüfzeichen zuständigen Stelle sowie ohne Genehmigung durch die bewilligenden Behörden, stelle eine zumindest bedingt vorsätzliche Straftat dar.

In weiterer Folge wurden durch diesen Brand die Hydraulikmessleitungen zerstört, da der Heizlüfter in unmittelbarer Nähe der Leitungen montiert war – es trat Hydrauliköl aus. Da die Leitungen unter Druck standen wurde das Öl mit rund 190 bar versprüht und der Brand dadurch intensiviert.

Da der Zug nach Angaben der Gletscherbahn AG als “unbrennbar” galt, hielt man es für unnötig, Feuerlöscher zu platzieren. Ein Feuerlöscher war in der Führerkabine vorhanden, jedoch unsichtbar für die Fahrgäste.  Es waren keine Notausstiege oder Hämmer vorhanden, um die Fenster einzuschlagen. Die Menschen versuchten, die Scheiben mit ihren Skiern zu zerstören.Viele verbrannten im Zug, weil dessen Türen aus Sicherheitsgründen nur vom Wagenbegleiter geöffnet werden konnten – die Führerkabine war nicht besetzt. Von den Personen, die sich aus dem Zug befreien konnten, liefen die meisten vermutlich durch den Tunnel nach oben in die tödliche Rauchgaswolke. Am weitersten hat es ein Bub aus Japan geschafft, er rannte noch 250 Meter nach oben, ehe er in den Rauchgasen erstickte.

Nur zwölf Personen konnten sich durch Einschlagen einer Scheibe aus dem hinteren Teil des Zuges befreien und überlebten, weil sie im Tunnel nach unten liefen.

Im Jänner 2004 ging der Prozess mit Freisprüchen für alle 16 Angeklagten zu Ende. Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten fahrlässige Mitschuld am Tod der Touristen vorgeworfen. Das Beweisverfahren habe eine vollständige Entlastung der Angeklagten erbracht.

Es zeigt sich immer deutlicher, dass der damalige Richter Manfred Seiss aufgrund seiner nebenberuflichen Tätigkeiten im Salzburger Fremdenverkehr und seinem Kontakt zum früheren Aufsichtsratsvorsitzenden der Kaprun AG hochgradig befangen war. Dazu kommen die skandalösen Vorkommnisse während und nach dem Prozess, bei denen der Richter seine Parteilichkeit deutlich demonstriert hat. So war er mit den Angeklagten und deren Anwälten bei einer gemeinsamen “Siegesfeier” in einem Salzburger Szenelokal und hat die Wahrheitsfindung im Zuge des Sachverständigengutachtens behindert, indem er die Entnahme von Proben aus dem Inneren des Heizlüfters untersagte. Diese und noch viele weitere Gründe haben ihn letztlich zum willfährigen Instrument der Angeklagtenvertreter gemacht.

“Das ist eine Schande”, rief einer der Angehörigen nach dem Urteil. “Wir werden seit drei Jahren belogen. Ich geniere mich für mein Land”, rief eine Frau aus Wien, die ihren Sohn in dem Inferno in der Stollenbahn auf das Kitzsteinhorn verloren hatte. Vor dem Saal brach die Angehörige eines japanischen Opfers zusammen.

Keiner ist schuld. Freisprüche für alle

Laut Justizministerium ist in der Strafsache vom Jahr 2000 bereits Verjährung eingetreten. Der deutsche Sachverständige Hans-Joachim Keim hatte ausdrücklich am 16. April 2008 die ersten neuen Strafanzeigen gemeinsam mit Bernhard Schrettenbrunner gestellt, um gerade diese Verjährung zu verhindern:

“Die Justiz hat hier ganz bewusst auf Verjährung hingearbeitet.” Die jünsten Aussagen über Verjährung aus dem Justizministerium würden nur die Richtigkeit der Anzeigen wegen mehrfachen Amtsmissbrauch und auch wegen aktiver staatlich geleiteter und gelenkter Strafvereitelung bestätigten, so Keim. Die Strafdrohung liege dort beim Tod einer größeren Zahl von Menschen (und davon kann man wohl bei 155 Toten und zwölf Verletzten sprechen) zwischen zehn bis zwanzig Jahren oder lebenslanger Freiheitsstrafe. Gemäß §57 Abs.1 StGB verjähren Delikte, die mit zehn bis zwanzig Jahren oder mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht sind, nicht.

Es handle sich “um einen wesentlich massiveren Filz”, als er es sich jemals gedacht habe, so der Deutsche. Er vermutet kriminelle Machenschaften im Strafprozess.

Ein Opferanwalt und deutsche Gutachter haben jetzt Anzeigen gegen österreichische Gutachter und Personen in der Justiz eingebracht.

Japans Regierung wurde über die Vorgangsweise von Justizministerin Claudia Bandion-Orntner, die als Regierungsmitglied eine Beschwerde gegen den Opferanwalt Gerhard Podovsovnik bei der Rechtsanwaltkammer eingebracht hat, in Kenntnis gesetzt. Die Japaner berufen sich auf §23 Abs.2 der Rechtsordnung, in dem vorgesehen ist, dass die Rechtsanwaltskammer auch die Mitglieder (Rechtsanwälte) zu schützen habe.






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