Posted tagged ‘Landwirtschaft’

Bienensterben – Die Ursachen

28.04.2010

übersetzt und zusammengestellt von Morxn
We Are Change Austria

Was ist Wahrheit, was ist Ablenkungsmanöver?


11.000 tote Bienenvölker im Mai 2008 am Oberrhein, bis zu 50 Prozent Verluste bei einzelnen Imkern in den USA, Massenverluste auch in Italien, Österreich und Japan – den Imkern sterben in bisher unbekanntem Ausmaß die Bienenvölker weg.

Seit das Bienensterben vor einigen Jahren zunächst aus den USA bekannt wurde (als Colony Collapse Disorder), streiten Imker und Forscher über die Ursachen; viele Wissenschaftler nennen an erster Stelle Krankheiten und Parasiten wie die Varroa-Milbe.

Dabei häufen sich die Indizien, dass der Hauptgrund für die Schwächung der Bienen in der seit Jahrzehnten anhaltenden Vergiftung der Landschaft mit Pestiziden zu suchen ist.

Viele Imker machen besonders die neuen, stark wirkenden Nervengifte aus der Klasse der sogenannten Neo-Nikotinoide für die Gefährdung der Biene (und anderer Insekten) verantwortlich.

Doch die Pestizidhersteller wie Bayer CropScience sehen keinen Zusammenhang zwischen dem Einsatz der Gifte und dem Bienensterben.

Oder sind genmanipulierte Organismen (GMO‘s) direkt verantwortlich? Ist der damit einhergehende, vermehrte Einsatz von Chemikalien vielleicht “nur” eine Nebenerscheinung, die zusätzlich Öl ins sprichwörtliche Feuer gießt?

Wer hat recht? Werden die Massenmedien missbraucht, um die Bevölkerung von den wahren Ursachen abzulenken? Wenn ja, von wem? Betrachten wir einmal einige der Theorien, die zu dem Thema herumschwirren:

Theorie #1
: Varroa-Milben

Varroa-Milbe auf einer Biene
im Rasterelektronenmikroskop:

Die Bienen sterben aufgrund von Darmkrankheiten. Viele Experten haben die Varroa-Milbe verdächtigt. Nähere Untersuchungen in Oakdale, Kalifornien, durchgeführt vom USDA Bee Research Laboratory in Beltsville, Maryland/USA, konnten jedoch keinen Zusammenhang aufweisen. Jeff Pettis, Insektenkundler: “Wir konnten das Bienensterben nicht auf eine einzige, spezifische Ursache zurückführen”.

Zudem können Massnahmen gegen die Milben das Immunsystem der Bienen schwächen, wodurch sie noch anfälliger für Krankheitserreger werden, so ähnlich wie der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Medizin resistente “Super-Erreger” hervorbringt. In den 60ern und 70ern erfuhren wir beispielsweise, dass DDT krebserregend ist; Alternativen wurden jedoch unterdrückt. Die Langzeitwirkungen sind noch immer nicht vollständig erforscht. Die medizinischen und wirtschaftlichen Implikationen kann sich jeder selbst ausmalen.

Theorie #2: Pestizide/Herbizide

Pestizide und Herbizide werden weiträumig eingesetzt, auf Feldern, in Hecken, in Waldgebieten; auch dort, wo sich Bienen aufhalten. Diese Chemikalien sind die praktische Schlußfolgerung der weit verbreiteten Annahme, dass die Natur unser Feind sei. Gift über unser Essen zu schütten, scheint eine simple Lösung zu sein, jedoch ignoriert man dabei die Wurzel des Problems.

Genmanipulierte Pflanzen, die ja dazu designt sind, gegen Pesitizide und Herbizide immun zu sein, haben dazu geführt, dass diese Chemikalien verstärkt eingesetzt werden. Pestizide, im Besonderen Bayers Imidacloprid – ein nikotin-basiertes Produkt, das unter den Namen Admire, Provado, Merit, Marathon und Gaucho vermarktet wird – wurden bereits mit der Zerstörung von Bienenpopulationen in Verbindung gebracht. Die Tatsache, dass Bienen und andere Insekten nicht mehr über verlassene Stöcke herfallen wie sonst, um Honig zu sammeln, spricht für die Theorie einer toxischen Überbelastung.

Theorie #3: Mobilfunk

Des weiteren gab es eine fehlgedeutete Studie bezüglich Mobilfunkstrahlung und dessen Auswirkungen auf das Navigationsvermögen der Bienen. Es kam hier zu überhasteten Reaktionen auf einen Artikel im Independent. Manche vermuteten hinter der Orientierungslosigkeit der Bienen wieder andere Ursachen, wie UV-Strahlung, sich verschiebende Magnetfelder, sogar Quantenphysik wurde herangezogen.

Es spricht einges für diese Theorie, da auch nachgewiesen wurde, dass elektromagnetische Frequenzen die Navigation der Bienen beeinflussen können. Andererseits gibt auch die Sonne ständig elektromagnetische Strahlung ab, welche für die Bienen kein Hindernis zu sein scheint.

Theorie #4: “Terminator”-Saatgut

Offizielle Dokumente zeigen laut Guardian, dass die kanadische Regierung darauf drängt, das Testen und die Kommerzialisierung von Terminator-Saatgut zu akzeptieren. Diese Samen werden gentechnisch so manipuliert, dass die Pflanzen nur unfruchtbare Samen produzieren können, d.h. die Bauern können sie nicht vermehren.

Bei den Bienen, die Blütenstaub sammeln, kommt es zu immer mehr Darmparasiten und -krankheiten, wie z.B. Amöben und die Nosema-Krankheit. Das wohl beunruhigendste Merkmal dieser Krankheiten – wie nach mehreren Studien und Autopsien festgestellt wurde – ist eine fast schwarze Verfärbung der normalerweise milchigen Eingeweide sowie des Stachels. Ähnliches kommt bei Menschen vor, die an Darmkrebs leiden.

Querschnitte von Bienen (Thorax):
Rechts ein gesundes Exemplar, links ist das Gewebe weich und verfärbt.

Man kann mit ziemlicher Gewissheit sagen, dass die Erkrankungen der Bienen die Folge von hartem Material im Verdauungstrakt sind, die das Immunsystem lahmlegen. Könnte es sein, dass Menschen dasselbe durchmachen, angesichts der steigenden Fälle von Darmkrebs? Wie man in den Bildern unten sieht, ist es offensichtlich, dass jene Bienen, die GMO’s zu sich nehmen, schwere Verdauungsstörungen erleiden, so verheerend, dass die Krankheit tödlich verläuft.

Absterben des Verdauungstrakts:


Die rektalen Inhalte der Georgia-Bienen (A) unterschieden sich von denen der Pasadena-Biene (B). Die Rektalwände der Georgia-Bienen waren transparent und gaben Einblick auf Inhalte, die kleinen Steinchen ähneln (C). In diesen wurden Partikel gefunden, die dem Polyeder-Virus ähneln (dieser attackiert normalerweise Wachsmotten). Auch Fragmente von Pollenkörnerhülsen wurden gefunden. Bei allen Pasadena-Bienen fand man Nosema-Sporen, bei den Georgia-Bienen keine. Bei zwei Exemplaren fand man Sporen in den Epithelzellen.

Mindestens 30%-40% der Bestäubung in Nordamerika wird von Bienen erledigt. Ist es da nicht offensichtlich, dass die Zunahme von genetisch fremdem Material in der Agrikultur einen direkten Einfluss auf den Verdauungsprozess der Bienen hat? Weiters muss betont werden, dass die wachsende Bienen-Epidemie seit dem Einsatz von GMO’s in der Landwirtschaft einen signifikanten Anstieg erlebt hat. Ähnliche Korrelationen werfen den Verdacht auf, dass GMO’s auch für den Aufstieg diverser menschlicher Krankheiten verantwortlich sind, wie z.B. Darmkrebs, Fettsucht, Herzleiden, etc… Die Unfähigkeit der Bienen, Stoffe zu verdauen, ähnelt sehr stark diesen gegenwärtigen Problemen bei der menschlichen Verdauung.

Schlussfolgerung
:

Es ist offensichtlich, dass die Unverdaulichkeit gewisser GMO-Proteine einer der Hauptgründe des Bienensterbens ist, neben dem – speziell bei GMO’s – verstärkten Einsatz von giftigen Chemikalien. Dies ist höchst problematisch, da immer mehr unverdauliche Nahrung aufgenommen wird, sowohl von Bienen als auch von Menschen.

Die Zunahme von Darmkrebs bei Menschen weist starke Ähnlichkeiten auf zu der Situation der Bienen. Dies ist lediglich eine Theorie, wirft aber einige Fragen auf. Was essen wir da eigentlich tagtäglich? Das kollektive Wohl der Bienen ist ein globales Problem. Die ökologischen wie ökonomischen Langzeitwirkungen sind nicht vollständig erforscht, und wenn doch, werden sie von den verantwortlichen Konglomeraten geheimgehalten.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Bienensterbens würden bedeuten, Inflation, Knappheit von landwirtschaftlichen Gütern, und letzten Endes, den Zusammenbruch der Landwirtschaft, wie wir sie kennen. Die ökologischen Auswirkungen von Knappheit, kombiniert mit einer erhöhten Nachfrage an Ressourcen, werden zweifelsohne verheerend sein.

Organische Landwirtschaft -
noch immer eine Randerscheinung

Die Wahrheit ist, dass organische Landwirtschaft noch immer ein relativ unberührtes Feld ist, trotz der Bienenkrise. Organische Landwirtschaft bewahrt die Vielfalt des Ökosystems, als auch die Qualität der produzierten Nahrungsmittel. Das Bienensterben und seine Folgen für die Menschheit sind äußerst besorgniserregend. Und am Ende werden vielleicht erst unsere Kinder wirklich begreifen: es war Gier, die unseren wunderbaren Planeten zerstört hat.

Unsere Abhängigkeit von Bienen, veranschaulicht am Beispiel USA:

Quellen:
Martin Rasper, Tierschutznews, 29. Juni 2009, “Die Wahrheit übers Bienensterben”
Brit Amos, Global Research, 26. März 2008, “Death of the Bees: GMO Crops and the Decline of Bee Colonies in North America”

<p style=”text-align:justify;”><em>übersetzt und zusammengestellt von Morxn, <a href=”http://wearechangeaustria.yooco.de/home.html&#8221; target=”_blank”>We Are Change Austria</a></em></p>

Kartoffelmarkt: Tiefe Temperaturen verringern das Angebot

08.02.2010

http://2.bp.blogspot.com/_-HSykkBjPbY/SVJgHgpvoXI/AAAAAAAAAgw/R6XWWPCq3Dc/s400/global-warming.gif

Der Winter hat den österreichischen Kartoffelmarkt fest im Griff.

Durch die tiefen Temperaturen gehen die Anlieferungen von den Landwirten nicht immer in gewünschtem Umfang vonstatten. Vor allem Premiumware wird momentan von den Händlern stärker nachgefragt als von den Landwirten angeliefert (da hilft nur der globale Import).

Die Erzeugerpreise befinden sich in einem leichten Aufwärtstrend. Während Standardqualitäten unverändert um € 8,- bis 9,- je dt (=100 kg) übernommen werden, wird für Premiumware mittlerweile auch schon € 10,- bezahlt.

http://www.spiegel.de/images/image-12823-panoV9free-imyl.jpg

Sollte das Winterwetter anhalten, dürften weitere Preisanhebungen wahrscheinlich sein, auch bei anderen Lebensmitteln.


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 54 Followern an