Morddrohung gegen Sigmund-Freud-Klinik: Einseitige Berichterstattung verschweigt Zwangseinweisung
30. Mai 2010, We Are Change Austria
Die Spin-Doktoren sind am Werk. Die Massenmedien haben die Natascha-Koch-Story zwar aufgegriffen, jedoch in einer sehr selektiven und verzerrenden Art und Weise. Natascha und die menschenrechtswidrigen Zwangseinweisungen der Sigmund-Freud-Klinik werden mit keinem Wort erwähnt, stattdessen konzentriert man sich einzig und allein auf Droh-Faxe, die angeblich an eine Ärztin geschickt wurden. Auf die Gründe wird – mit einer fast schon verdächtigen Behutsamkeit – nicht näher eingegangen und die Frage, was einen Menschen überhaupt zu so einer Tat veranlassen könnte, wird nicht ansatzweise gestellt. Hauptsache, es werden wieder einmal “Sicherheitsvorkehrungen verschärft”. Wie wäre es stattdessen mit Sicherheitsvorkehrungen gegen willkürliche psychiatrische Zwangsbehandlungen? Hier ein Beispiel, auf das uns Natascha persönlich aufmerksam machte:
Todesdrohung: Täter will Patientin freipressen
30. Mai 2010 (ORF Steiermark)
Eine Ärztin der Sigmund-Freud-Klinik in Graz wird von einem Unbekannten bedroht. Der Täter forderte von ihr mehrfach die Freilassung einer Patientin, sonst werde es Tote geben. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft.
Zwei Nachrichten per Fax
Zweimal sandte der Unbekannte in dieser Woche Faxnachrichten an die Landesnervenklinik Sigmund Freud (LSF), zuletzt Samstagabend. Er forderte darin die Freilassung einer bestimmten Patientin aus der geschlossenen Abteilung des Krankenhauses. Sollte seiner Aufforderung nicht entsprochen werden, drohte er, die Ärztin der Frau zu töten.
Personenschutz und Sicherheitsvorkehrungen
Als das zweite Fax eingelangt war, wurde die Polizei verständigt. Die behandelnde Ärztin der angesprochenen Patientin wurde daraufhin unter Personenschutz gestellt, ihre Wohnung wird überwacht. Auch rund um das Krankenhaus wurden verstärkt Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Fax kam über das Internet, Staatsanwalt hat Ermittlungen noch nicht zugestimmt
Wer die Nachrichten an die LSF verfasst und geschickt hat, ist noch völlig unklar. Das Fax von Samstagabend wurde über eine Website ohne Nummer geschickt. Derzeit warten die Kriminalisten auf eine Anordnung des Staatsanwalts, um die Spuren des Täters im Internet nachverfolgen zu können.”
Unsere Stellungnahme:
Wer auch immer diese Drohungen verschickt hat, tat dies von sich aus auf eigene Verantwortung und ist in keinster Weise mit Natascha Koch oder We Are Change verbunden. Entweder handelt es sich um einen bezahlten Provokateur oder schlicht und einfach um einen Idioten. Zu keinem Zeitpunkt haben wir zu Gewalt oder Androhung derselben aufgerufen. Dass die “Patientin” UNRECHTMÄSSIG und GEGEN IHREN WILLEN festgehalten wurde, verschweigt dieser Artikel. Das soll in keinster Weise die Drohungen rechtfertigen, lediglich die einseitige Berichterstattung aufzeigen, die an Propaganda grenzt. Die Sigmund-Freud-Klinik hat mit ihrer Vorgehensweise gegen Menschenrechte verstossen. Diese Tatsache wollten wir publik machen. Wie unabhängige Einzelpersonen auf diese Tatsachen reagieren, liegt nicht in unserer Verantwortung. Der Absender dieser Drohung hat ohne jeden Zweifel falsch gehandelt, jedoch hätte der Artikel – sofern es noch so etwas wie objektive Berichterstattung in diesem Land gibt – auch die (offensichtlichen) Gründe beleuchten sollen, die ihn zu dieser Tat bewegt haben.
Siehe auch:
• “Misshandlung in Grazer Sigmund-Freud-Klinik und die Folgen” – Erfahrungsbericht eines ehemaligen Patienten
• “Folterkommission prüfte die Psychiatrie in Graz”, Kleine Zeitung, 5. März 2009
Schlagwörter: Ärztin, einseitige Berichterstattung, Entlassung, Fax, Graz, Internet, Landesnervenklinik, Menschenrechte, Morddrohung, Natascha Koch, Polizei, Propaganda, Psychiatrie, Sigmund Freud, Spin-Doktor, Staatsanwaltschaft, Stellungnahme, Zwangsaufenthalt
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02.08.2010 um 18:10
[...] Vergleiche hierzu den Fall Natascha Koch und die Morddrohungen, die die Sigmund-Freud-Klinik plötzlich von unbekannten Dritten erhielt, die mit Natascha Koch in [...]
04.08.2010 um 01:13
[...] Man vergleiche hierzu den Fall Natascha Koch und die Morddrohungen, die die Sigmund-Freud-Klinik plötzlich von unbekannten Dritten erhielt, die mit Natascha Koch in [...]